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    Kumulative Dissertation von Ann-Kristin Herget zur Wirksamkeit von Hintergrundmusik in verschiedenen audiovisuellen Medienformaten

    In der Praxis besteht darüber kaum Zweifel: Egal ob Film, Werbung, Dokumentation oder auch TV-Magazin-Beitrag – den Feinschliff erlangt ein Medienformat häufig erst durch final hinzugefügte Film- oder Hintergrundmusik. Sie soll Rezipierende aufmerksamer und empfänglicher für Emotionen machen, unterhalten, gezielt Erinnerungen wecken, bisweilen sogar Meinungen beeinflussen oder auch zum Kauf von Produkten überzeugen.

    In der empirischen Forschung konnten diese positiven Effekte von Musik jedoch bisher nicht zweifelsfrei abgebildet werden. Ziel der kumulativen Dissertation von Ann-Kristin Herget war es, Faktoren zu ermitteln und empirisch zu testen, die beeinflussen, dass Hintergrundmusik in audiovisuellen Medienformaten prognostizierbar die ihr zugesprochenen positiven Funktionen erfüllt. Als besonders wichtiger Faktor zeigte sich dabei eine interdisziplinäre Herangehensweise – d.h. in der Forschung sollten Spezifika von Musik- und Medienkontext möglichst immer gleichberechtigt beachtet werden. Ebenso sollten auch praktische Implikationen nicht außer Acht gelassen werden: Audiovisuelles Stimulusmaterial in Experimenten so zu manipulieren, dass es Experimentallogik und professionellen Praxisstandards gleichermaßen genügt, ist herausfordernd. Das daraus resultierende emotionalisierende, assoziative und auch strukturierende Potential von Hintergrundmusik wurde möglichst umfassend und deshalb in drei verschiedenen audiovisuellen Medienformaten – in Werbung, im Film und in informationsvermittelnden Medienformaten – untersucht. In fünf Studien wurden verschiedene aktuell diskutierte Fragestellungen der drei Gegenstandsbereiche fokussiert (Herget, 2021a).

    Auf Basis einer im Team mit Kolleg:innen durchgeführten, umfangreichen Inhaltsanalyse zum Einsatz von Musik in der deutschen TV-Werbung wurde ein Instrument zur Klassifizierung von „Musical Fit“, d.h. einer intuitiv wahrnehmbaren Passung von Musik und Werbespot, entwickelt (Herget et al., 2018). Ob sich anhand dieser klar definierten und replizierbaren Kongruenz von Musik und Werbespot tatsächlich die Wirksamkeit von Werbespots stufenweise planbar steigern lässt, wurde in einem flankierenden Experiment getestet (Herget et al., 2020). Im Filmkontext erarbeitete Ann-Kristin Herget einen systematischen Studienüberblick zum oftmals vernachlässigten Potential von Musik, durch ausgelöste Assoziationen prognostizierbar Bedeutung zu vermitteln (Herget, 2021b). Der empirisch bislang überraschenderweise nicht zufriedenstellend untersuchten Frage, ob unbekannte Hintergrundmusik im Film ebenso die Wahrnehmung und Interpretation von Filminhalt und Protagonist:innen beeinflusst wie bekannte Musik – und welche Rolle dabei von Musik kommunizierte und induzierte Emotionen sowie Spezifika des Medienkontextes spielen – widmete sie sich in Herget (2021c). In Herget und Albrecht (2021) deutete sich schließlich an, dass sorgfältig ausgewählte Hintergrundmusik unter bestimmten Bedingungen das persuasive Potenzial eines informationsvermittelnden Medienformats steigern und die Meinungsbildung der Rezipierenden (zumindest kurzfristig) beeinflussen kann.

    Durch die Beachtung und Anwendung emotionaler, assoziativer und struktureller Passung von Musik und Medienformat konnte in den Studien der Mehrwert einer möglichst interdisziplinären, praktisch fundierten Herangehensweise an den Forschungsgegenstand verdeutlicht werden. Die bisherige Forschungsarbeit legt dementsprechend nahe, dass sorgfältig ausgewählte und professionell bearbeitete Musik in unterschiedlichen Medienformaten als Emotionsquelle, Bedeutungsträger und Taktgeber eingesetzt werden kann – und tatsächlich wirkt, wie intendiert.

    Für eine der zugehörigen Studien (Herget & Albrecht, 2021) erhielt Ann-Kristin Herget den Paper-Preis der Gleichstellungskommission der Fakultät für Humanwissenschaften.

    Rahmenschrift:

    Herget, A.-K. (2021a). Emotionsquelle, Bedeutungsträger, Taktgeber? Zur Wirksamkeit von Hintergrundmusik in audiovisuellen Medienformaten [Doktorarbeit, Julius-Maximilians-Universität Würzburg]. OPUS Würzburg. https://doi.org/10.25972/OPUS-23212

    Zugehörige Studien:

    • Herget, A.-K (2021b). On music’s potential to convey meaning in film: A systematic review of empirical evidence. Psychology of Music, 49(1), 21–49. https://doi.org/10.1177/0305735619835019
    • Herget, A.-K. (2021c). Well-known and unknown music as an emotionalizing carrier of meaning in film. Media Psychology, 24(3), 385–412. https://doi.org/10.1080/15213269.2020.1713164
    • Herget, A.-K. & Albrecht, J. (2021). Soundtrack for reality? How to use music effectively in non-fictional media formats. Psychology of Music. Online-First-Publikation. https://doi.org/10.1177/0305735621999091
    • Herget, A-K., Breves, P. & Schramm, H. (2020). The influence of different levels of musical fit on the efficiency of audio-visual advertising. Musicae Scientiae. Online-First-Publikation. https://doi.org/10.1177/1029864920904095
    • Herget, A.-K., Schramm, H. & Breves, P. (2018). Development and testing of an instrument to determine Musical Fit in audio-visual advertising. Musicae Scientiae, 22(3), 362–376. https://doi.org/10.1177/1029864917731127

    Weitere neue Publikationen

    • Breves, P., Liebers, N., Motschenbacher, B., & Reus, L. (2021). Reducing Resistance: The Impact of Nonfollowers’ and Followers’ Parasocial Relationships with Social Media Influencers on Persuasive Resistance and Advertising Effectiveness. Human Communication Research. [Online first]
    • Breves, P. (2021). Persuasion durch räumliche Präsenz. Eine Systematisierung und empirische Prüfung der persuasiven Mechanismen. Wiesbaden: Springer VS. 
    • Breves, P. (2021). Biased by being there: The persuasive impact of spatial presence on cognitive processing. Computers in Human Behavior, 119, 106723.
    • Breves, P., Amrehn, J., Heidenreich, A., Liebers, N. & Schramm, H. (2021). Blind trust? The importance and interplay of parasocial relationships and advertising disclosures in explaining influencers’ persuasive effects on their followers. International Journal of Advertising: The Review of Marketing Communications. [Online first]
    • Breves, P. & Dodel, N. (2021). The influence of cybersickness and the media devices’ mobility on the persuasive effects of 360° commercials. Multimedia Tools and Applications.
    • Breves, P. & Schramm, H. (2021). Bridging psychological distance: The impact of immersive media on distant and proximal environmental issues. Computers in Human Behavior, 115, 106606.
    • Herget, A.-K. & Bötzl, F. (2021). Sounds like respect. The impact of background music on the acceptance of gay men in audio-visual advertising. Frontiers in Psychology, 12, Artikel 645533.
    • Liebers, N. & Schramm, H. (2021). Intimacy despite distance: The dark triad and romantic parasocial interactions. Journal of Social and Personal Relationships. [Online first]
    • Liebers, N. (2021). Unfulfilled romantic needs: Effects of relationship status, presence of romantic partners, and relationship satisfaction on romantic parasocial phenomena. Psychology of Popular Media. [Online first]
    • Ruth, N. & Schramm, H. (2020). Effects of prosocial lyrics and musical production elements on emotions, thoughts and behaviour. Psychology of Music. [Online first]
    • Thiesen, F. C. (2021). „Sonne und Strand“ im neuen Gewand: Strukturelle Frischzellenkur im deutschen Pop-Schlager. In M. Schwarz (Hrsg.), Das verdächtig Populäre in der Musik. Wiesbaden: Springer.
    • Thiesen, F. C. (2021). Mikroklänge – Plinks. Zur Erkennbarkeit kürzester musikalischer Klangobjekte. Marburg/Baden-Baden: Tectum.
    • Thiesen, F. C., Kopiez, R., Müllensiefen, D., Reuter, C., Czedik-Eysenberg, I. (2020). Duration, song section, entropy: Suggestions for a model of rapid music recognition processes. Journal of New Music Research. [Online first]

    Erscheint demnächst

    • Breves, P. & Greussing, E. (in Druck). Virtual and augmented reality in environmental communication. In B. Takahasi, J. Metag, J. Thaker & S. E. Comfort (Hrsg.), Handbook of International Trends in Environmental Communication. Routledge.

    Ausgewählte Publikationen aus dem Arbeitsbereich Medien- und Wirtschaftskommunikation zu den Schwerpunktthemen des Arbeitsbereichs finden Sie hier.