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    Dissertation von Felix Thiesen zu schnellen musikalischen Erkennungsleistungen erschienen

    Die Dissertation von Felix C. Thiesen ist unter dem Titel „Mikroklänge – Plinks: Zur Erkennbarkeit kürzester musikalischer Klangobjekte“ im Tectum-Verlag erschienen. Das Werk beschäftigt sich mit der Frage, welche Informationen Menschen sehr kurzen Ausschnitten von Musikstücken („Plinks“ von meist weniger als einer halben Sekunde Dauer) entnehmen können.

    Die Plink-Forschung befasst sich seit rund zwanzig Jahren mit schnellen musikalischen Erkennungsleistungen. In bisherigen Studien wurde vor allem untersucht, in welcher Geschwindigkeit Menschen in der Lage sind, Titel und Interpret:in eines bekannten Songs korrekt zu benennen. Auch alternative Zielkategorien wie das musikalische Genre, das Jahrzehnt der Produktion oder emotionale Qualitäten kamen in der bestehenden Literatur bereits zum Einsatz. Große Unterschiede in Methodik und Durchführung erschweren dabei eine Interpretation und schränken somit auch die Generalisierbarkeit der Ergebnisse ein. Unstrittig ist jedoch, dass unter optimalen Bedingungen bereits eine Zwanzigstelsekunde (= 50 Millisekunden) für die erfolgreiche Zuordnung bestimmter Merkmale zu dem Gehörten ausreichen kann.

    Das Werk zeichnet zunächst eine Forschungsgeschichte des Untersuchungsgegenstands nach. Ausgehend von den sogenannten Reaktionszeitexperimenten des 19. Jahrhunderts wird deutlich, wie technische Fortschritte das experimentalpsychologische Vorgehen im Forschungsfeld veränderten. Dabei wird auch darauf eingegangen, wie sich, weitestgehend isoliert voneinander, in Psycholinguistik, Psychoakustik und Musikpsychologie unterschiedliche Ansätze zur Erforschung schneller Erkennungsleistungen etablierten.

    Der empirische Teil der Arbeit verbindet drei Vor- und zwei Hauptstudien. Die erste dieser Hauptstudien stellt bisherige Befunde aus der Plink-Forschung auf die Probe: Gegenüber vorhergehenden Untersuchungen wurde das Maß an Kontrolle in der Erstellung der Versuchsmaterialien deutlich erhöht (sog. „Matrjoschka-Prinzip“ der Stimuluskonstruktion). Die Ergebnisse dieser Studie legen nahe, dass (absolute) Erkennungsraten für Titel und Interpret:in in vergangenen Publikationen oft deutlich überschätzt wurden. Als Hauptprädiktoren für eine korrekte Titelerkennung zeigen sich neben stimmlichen Informationsanteilen auch die wahrgenommene Geordnetheit und – als psychoakustisches Pendant hierzu – die Shannon-Entropie des Spektrums des musikalischen Materials. Das lässt darauf schließen, dass neben konkreten Stimmen von Sängerinnen und Sängern vor allem die Differenzierbarkeit einzelner Klangereignisse innerhalb sehr kurzer Ausschnitte eine wichtige Rolle spielt.

    Die anschließende, zweite Hauptstudie untersucht erstmalig den Stellenwert einzelner Arrangement-Bestandteile (Cues) für übergeordnete Erkennungsleistungen. Hierfür wurde mit einem umfangreichen Satz an Stimulusmaterialien, generiert aus Mehrspuraufnahmen unbekannter Musikstücke, gearbeitet. Mit dem Kohortenmodell der Worterkennung findet die Arbeit von Felix Thiesen Anschluss an ein breit validiertes Modell der Psycholinguistik, in das die erzeugten Befunde eingeordnet werden.

    Thiesen, F. C. (2021). Mikroklänge – Plinks. Zur Erkennbarkeit kürzester musikalischer Klangobjekte. Marburg/Baden-Baden: Tectum.

    Einzelne Teile der Arbeit wurden bereits veröffentlicht unter:

    • Thiesen, F. C., Kopiez, R., Müllensiefen, D., Reuter, C., Czedik-Eysenberg, I. (2020). Duration, song section, entropy: Suggestions for a model of rapid music recognition processes. Journal of New Music Research. [Online first]
    • Thiesen, F. C., Kopiez, R., Reuter, C., Czedik-Eysenberg, I. (2019). A snippet in a snippet: Development of the matryoshka principle for the construction of very short musical stimuli (plinks). Musicae Scientiae, 23(1), 1-15.

    Weitere neue Publikationen

    • Breves, P. (2021). Persuasion durch räumliche Präsenz. Eine Systematisierung und empirische Prüfung der persuasiven Mechanismen. Wiesbaden: Springer VS. 
    • Breves, P. (2021). Biased by being there: The persuasive impact of spatial presence on cognitive processing. Computers in Human Behavior, 119, 106723.
    • Breves, P., Amrehn, J., Heidenreich, A., Liebers, N. & Schramm, H. (2021). Blind trust? The importance and interplay of parasocial relationships and advertising disclosures in explaining influencers’ persuasive effects on their followers. International Journal of Advertising: The Review of Marketing Communications. [Online first]
    • Breves, P. & Dodel, N. (2021). The influence of cybersickness and the media devices’ mobility on the persuasive effects of 360° commercials. Multimedia Tools and Applications.
    • Breves, P. & Schramm, H. (2021). Bridging psychological distance: The impact of immersive media on distant and proximal environmental issues. Computers in Human Behavior, 115, 106606.
    • Herget, A.-K. (2021). Emotionsquelle, Bedeutungsträger, Taktgeber? Zur Wirksamkeit von Hintergrundmusik in audiovisuellen Medienformaten [Doktorarbeit, Julius-Maximilians-Universität Würzburg]. OPUS Würzburg. https://doi.org/10.25972/OPUS-23212
    • Herget, A.-K. (2021). Well-known and unknown music as an emotionalizing carrier of meaning in film. Media Psychology, 24(3), 385–412. https://doi.org/10.1080/15213269.2020.1713164
    • Herget, A.-K (2021). On music’s potential to convey meaning in film: A systematic review of empirical evidence. Psychology of Music, 49(1), 21-49.
    • Herget, A.-K. & Albrecht, J. (2021). Soundtrack for reality? How to use music effectively in non-fictional media formats. Psychology of Music. [Online first]
    • Herget, A.-K. & Bötzl, F. (2021). Sounds like respect. The impact of background music on the acceptance of gay men in audio-visual advertising. Frontiers in Psychology, 12, Artikel 645533.
    • Herget, A-K., Breves, P. & Schramm, H. (2020). The influence of different levels of musical fit on the efficiency of audio-visual advertising. Musicae Scientiae. [Online first]
    • Ruth, N. & Schramm, H. (2020). Effects of prosocial lyrics and musical production elements on emotions, thoughts and behaviour. Psychology of Music. [Online first]
    • Thiesen, F. C. (2021). „Sonne und Strand“ im neuen Gewand: Strukturelle Frischzellenkur im deutschen Pop-Schlager. In M. Schwarz (Hrsg.), Das verdächtig Populäre in der Musik. Wiesbaden: Springer.

    Erscheint demnächst

    • Breves, P., Liebers, N., Motschenbacher, B. & Reus, L. (accepted). Reducing Resistance: The Impact of Non-followers’ and Followers’ Parasocial Relationships with Social Media Influencers on Persuasive Resistance and Advertising Effectiveness. Human Communication Research.
    • Breves, P. & Greussing, E. (in Druck). Virtual and augmented reality in environmental communication. In B. Takahasi, J. Metag, J. Thaker & S. E. Comfort (Hrsg.), Handbook of International Trends in Environmental Communication. Routledge.

    Ausgewählte Publikationen aus dem Arbeitsbereich Medien- und Wirtschaftskommunikation zu den Schwerpunktthemen des Arbeitsbereichs finden Sie hier.