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    Medien- und Wirtschaftskommunikation

    Zwischen „Speed” und „Truman Show”: Kann Kommunikation wirklich jede*r?

    22.12.2020

    Denise Pflock (PUMA) und Stefan Pohl (DATEV) nahmen das Master-Seminar „MK on the Job” am vergangenen Donnerstag mit auf eine rasante Fahrt durch ihren spannenden Berufsalltag in der internen Unternehmenskommunikation (IUK) und gewährten exklusive Blicke hinter die Kulissen.

    Denise Pflock – Senior Manager Corporate Communications (PUMA) und Stefan Pohl – Teamleiter Medien & Corporate Publishing (DATEV)

    Ob nun ein Nachmittag mit Boris Becker auf dem Center-Court oder eine spannende Fragerunde mit dem Vorstand – eines ist sicher: In den Kommunikationsabteilungen von PUMA und DATEV wird es nicht langweilig. Um eine zum eigenen Job passende Filmassoziation gebeten, beschrieb Denise Pflock ihren Arbeitsalltag gemäß der Mission von PUMA „Forever Faster” mit den Actionfilmen Speed Teil 1 und 2, wohingegen Stefan Pohl, der seinen Job augenzwinkernd mit dem Spielfilm Truman Show verglich, für Lacher im Seminar sorgte. Wer sich als Berufsziel gesetzt habe, „mal was mit Menschen zu machen”, sei in der IUK bestens aufgehoben. Ein Aspekt ihrer Arbeit, der Denise Pflock und Stefan Pohl besonders viel Freude bereite, sei gerade der Austausch mit Mitarbeiter*innen. „Immer wenn Kommunikation nicht nur top-down informiert, sondern ein buttom-up-Ansatz verfolgt wird und damit ein Dialog entsteht, erfahren wir besonders viel Wertschätzung”, so Pohl.

    Interne und externe Unternehmenskommunikation werden in kommunikationswissenschaftlichen Studiengängen häufig getrennt voneinander vermittelt – sind sie in der Praxis ebenfalls differenzierbar? Laut Denise Pflock gehen die interne und die externe Kommunikation in der Unternehmenspraxis oftmals Hand in Hand: Interne Kommunikation sei gleich externe Kommunikation, da Mitarbeiter*innen mit ihrer Familie sowie ihren Freund*innen und Bekannten sprächen. In diesem Zuge verwies sie auch auf PUMAs Mitarbeitermagazin CATch up – einerseits ein Instrument der internen Kommunikation, andererseits aber auch für Externe zugänglich. Auch Stefan Pohl schilderte, dass Themen bei DATEV ganzheitlich gesehen und dann entsprechend für die verschiedenen Kanäle aufbereitet würden. Neben herausragenden Events, die von der IUK begleitet werden, seien es die vielen kleinen Momente, die seinen Job so besonders machten. Denn auch innerhalb des eigenen Unternehmens gibt es nach Pohl zahlreiche spannende Persönlichkeiten und unheimlich viele Geschichten, über die es sich zu berichten lohne.

    Bleibt die Frage offen, wie der Schritt in die IUK gelingen kann. Dass neben Methoden- und Fachkompetenz vor allem Soft Skills, wie beispielsweise Empathie und Kreativität, eine entscheidende Rolle in diesem Job spielen, unterstrichen beide Kommunikationsprofis. Wie wichtig das Persönliche und die zwischenmenschliche Passung zu potentiellen zukünftigen Arbeitgeber*innen seien, dürfe man laut Denise Pflock ebenfalls nicht unterschätzen – womit sie die Befürchtung mancher Studierenden relativierte, aufgrund eines vermeintlich schlechteren Notendurchschnitts in Bewerbungsprozessen womöglich keine Chance zu haben.

    Ein Blick auf die beruflichen Werdegänge von Pflock und Pohl macht deutlich, dass es nicht den einen Weg gibt, wenn man eine Karriere in der IUK anstrebt. Während Pflock unter anderem im Rahmen ihrer Tätigkeit für Kaspersky Auslandserfahrungen sammelte, schnupperte Pohl zu Beginn seiner Laufbahn Agenturluft und gründete zwischenzeitlich sogar ein eigenes Startup. Vorgegebene Pfade zu verlassen und Neues auszuprobieren findet er mutig und spannend. Eine für Studierende naheliegende Möglichkeit dafür seien Auslandssemester oder -praktika, die die Gelegenheit böten, Neues zu lernen und deshalb in der Auswahl von Bewerber*innen nicht unerheblich seien. Wer eine Position in einem internationalen Unternehmen innehabe, sollte zudem fit im Englischen sein, ergänzte Pflock. Zwar seien fehlende Auslandserfahrungen kein Ausschlusskriterium, aber für die persönliche Entwicklung einfach „unbezahlbar”.

    Die Option, sich weiterzuentwickeln und – damit eng verbunden – mit Blick auf Gehalt und Verantwortung beruflich aufzusteigen, biete auch ein Job in der IUK. „Seid nicht schüchtern und zeigt, dass ihr das wollt”, riet Denise Pflock den Studierenden. Ebenfalls wünschenswert sei eine Hands-on-Mentalität sowie eine lösungsorientierte Arbeitsweise. Natürlich gebe es Unterschiede im Gehalt je nach Branche, Unternehmen und Standort sowie Berufserfahrung der Bewerbenden. Mit einem Bruttogehalt von 4.000€ im Monat nannte Pohl sehr transparent aber eine konkrete Zahl, die Studierende mit Masterabschluss als Berufseinsteiger*innen durchaus verdienen könnten. Hinzu kämen weitere Benefits mit Blick auf die Work-Life-Balance (z.B. Homeoffice-Möglichkeiten, Fitnessstudio, Flexitime u.v.m.), die sowohl PUMA als auch DATEV ihren Mitarbeiter*innen böten.

    Ebenso offen sprachen die beiden Expert*innen aber auch über die herausfordernden Seiten ihres Berufsalltags. „Da, wo’s menschelt, knirscht’s halt auch mal”, berichtete Stefan Pohl lachend. Entsprechend müsse man resilient sein, da auch Kritik an die Verantwortlichen der IUK herangetragen werde. Manchmal müsse man Dinge kommunizieren, mit denen man nicht hundertprozentig einverstanden sei, was einem einerseits Professionalität abverlange und andererseits Empathie für den Frust der Kolleg*innen. Covid-19 dagegen stellte die beiden Unternehmen mit Blick auf die digitale Kommunikation nicht vor neue Herausforderungen. „Die Infrastruktur gab es bei PUMA schon vorher”, ließ Pflock die Studierenden wissen. Dennoch betonte sie, ebenso wie Pohl, die Wichtigkeit des persönlichen Austauschs, um zwischenmenschliche Beziehungen aufzubauen und kreativ sowie effektiv zusammenzuarbeiten.

    Als Tipp gab Stefan Pohl den Studierenden noch mit auf den Weg, dass er speziell auf die intrinsische Motivation der Bewerber*innen achtet und diese Leidenschaft für den Job mitbringen sollten. Das sei wichtiger als Zusatzseminare im Rahmen des Studiums; immerhin müsse man diesen Beruf die nächsten Jahrzehnte ausüben, gab er zu Bedenken. Auf die Frage, ob MK-Studierende geeignete Kandidat*innen für die IUK bei PUMA oder DATEV seien, gab es von beiden Expert*innen ein klares Ja!

     

    von Miriam Abebe, Jenny Heeger und Alicia Schaefer (Master Medienkommunikation), betreut von Ann-Kristin Herget.

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