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Kommunikationspsychologie und Neue Medien

Projekte

Das Potenzial von Geschichten, soziale Verstehensprozesse auf Seiten der Rezipient(inn)en zu verbessern, d.h. Perspektivübernahme, Empathie/Sympathie, prosoziale Schemata und Einstellungen, hat in der Forschung erhebliche Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Die meisten Forscher(innen) in diesem Bereich diskutieren die Wirkung von Erzählungen vor dem Hintergrund der Begriffe "literarische Fiktion" oder "fiktionale Erzählungen", wobei die Konzepte der Narrativität, Fiktionalität und/oder Literarizität miteinander vermischt werden. Es bleibt weitgehend offen, welche Aspekte von Erzählungen im Einzelnen deren Wirkung bestimmen: Ist die Erzählform oder der Grad der Narrativität entscheidend für die Wirkung von Geschichten auf soziale Verstehensprozesse? Oder ist die Literarizität (Hoch-Literatur vs. Populär-/Trivialliteratur) von Geschichten für ihren Einfluss auf das soziale Verstehen wichtig? Spielt die Fiktionalität eine Rolle? In dem Projekt wird ein differenzierter Einblick in diese drei konzeptionell getrennten Aspekte von Geschichten – Narrativität, Fiktionalität und Literarizität – gegeben und ihre unterschiedliche Rolle bei der Förderung sozialer Verstehensprozesse untersucht.

Antragsteller: Prof. Dr. Markus Appel und Prof. Dr. Tobias Richter (Pädagogische Psychologie, Universität Würzburg)

Förderung: DFG

Laufzeit: April 2023 - März 2027

Geschichten können Einstellungen, Überzeugungen und Verhalten verändern (Persuasion durch Narrationen). Die Prozesse, die diesem Einfluss mutmaßlich zu Grunde liegen, unterscheiden sich von den Prozessen, die in den klassischen Zwei-Prozess-Modellen der Persuasion beschrieben werden. Als wichtige Mechanismen der narrativen Persuasion sind das Eintauchen in die Welt der Geschichte und die Nähe zur Perspektive der Figuren hervorgehoben worden. Empirische Arbeiten zu den Konzepten Transportation, Narrative Engagement oder Identifikation betonen die Rolle von Emotionen bei der Persuasion durch Geschichten. Geschichten – von klassischen Dramen bis hin zu zeitgenössischen Geschichten im Kontext der Gesundheitskommunikation – beruhen auf der Darstellung von Ereignissen, die Wechsel in der Qualität und Intensität des emotionalen Erlebens der Rezipientinnen und Rezipienten nahelegen (emotionale Wechsel). Aufbauend auf neueren theoretischen Arbeiten erwarten wir, dass diese emotionalen Wechsel entscheidend für das Verständnis der Persuasion durch Narrationen sind. Das Ziel der vorgeschlagenen Forschungsarbeiten ist es, die Rolle des Erlebens emotionaler Wechsel auf Seiten der Rezipientinnen und Rezipienten zu klären.

 

Antragsteller: Prof. Dr. Markus Appel und Prof. Dr. Tobias Richter (Pädagogische Psychologie, Universität Würzburg)

Projektmitarbeiterinnen: Julia Winkler Marie-Luise Schmidt

Förderung: DFG

Laufzeit: März 2018 - Dezember 2021

Projekt-Publikationen:

Schmidt, M.-L. C. R., Winkler, J. R., Appel, M., & Richter, T. (in press). Emotional shifts, event-congruent emotions, and transportation in narrative persuasion. Discourse Processes. Advance online publication. https://doi.org/10.1080/0163853X.2023.2252696

Schmidt, M.-L. C. R., Winkler, J. R., Appel, M., & Richter, T. (2023). Tracking emotional shifts during story reception: The relationship between narrative structure and affective responses. Scientific Study of Literature, 12(1), 17–39. https://ssol-journal.com/articles/177

Winkler, J. R., Appel, M., Schmidt, M.-L. C. R., & Richter, T. (2023). The experience of emotional shifts in narrative persuasion. Media Psychology, 26(2), 141–171. https://doi.org/10.1080/15213269.2022.2103711

Winkler, J. R., Mengelkamp, C., & Appel, M. (2022). Real-time responses to stories: linking valence shifts to post-exposure emotional flow and transportation. Communication Research Reports, 39(5), 237–247. https://doi.org/10.1080/08824096.2022.2119380

Die Auswirkungen und Korrelate der Rezeption bzw. Nutzung des Internets durch Kinder, Jugendliche und Erwachsene, nicht zuletzt in Form von sozialen Netzwerkseiten wie Facebook, beschäftigen Wissenschaft und Öffentlichkeit gleichermaßen. Das Ziel dieses auf 36 Monate angelegten Forschungsprojekts war es, die bestehende Befundlage über einen meta-analytischen Ansatz aufzuarbeiten. Die Relevanz des meta-analytischen Zugangs ergibt sich aus divergierenden Hypothesen, einer uneinheitlichen Befundlage sowie einer Forschungsliteratur, die über viele Disziplinen verteilt ist.

Mehr Informationen und Projekt-Ergebnisse finden Sie unter www.meta-internet.com

 

Antragsteller: Prof. Dr. Markus Appel

Projektmitarbeiterin: Caroline Marker

Förderung: DFG

Laufzeit: Herbst 2015 - Herbst 2019

 

Projekt-Publikationen: 

Marker, C., Gnambs, T., & Appel, M. (in press). Exploring the myth of the chubby gamer: A meta-analysis on sedentary video gaming and body mass. Social Science and Medicinehttps://doi.org/10.1016/j.socscimed.2019.05.030

Appel, M.Marker, C., & Gnambs, T. (2020). Are social media ruining our lives? A review of meta-analytic evidence. Review of General Psychology, 24, 60-74. https://doi.org/10.1177/1089268019880891

Appel, M., & Gnambs, T. (2019). Shyness and social media use: A meta-analytic summary of moderating and mediating effects. Computers in Human Behavior, 98, 294-301.  https://doi.org/10.1016/j.chb.2019.04.018

Gnambs, T., & Appel, M. (2018). Narcissism and social networking behavior: A meta-analysis. Journal of Personality, 86, 200-212. https://doi.org/10.1111/jopy.12305

Marker, C., Gnambs, T., & Appel, M. (2018). Active on Facebook and failing at school? Meta-analytic findings on the relationship between online social networking activities and academic achievement. Educational Psychology Review, 30, 651-677https://doi.org/10.1007/s10648-017-9430-6

Narratives in health communication –a multi-disciplinary approach to strengthen understanding of the roles and uses of narratives in conveying health information and changing health behaviors

Narratives play an increasingly important role in (online) communication about health issues. News reporters not only report the cold facts about an upcoming epidemic, but also increasingly employ techniques that are used in novels and movies; serious games use interactive storytelling techniques to improve the health of children; health campaigns use celebrities and role models in order to convince a target audience to adopt healthy habits. In spite of their increasing use, relatively little is known about the effects of narratives in a health communication context, as expertise on narratives is scattered across different disciplines. The objective of the HealthNar program is (1) to strengthen and consolidate the emerging field of narrative health communication and (2) to establish a flourishing and solid multidisciplinary research exchange network on narratives and health. The program does so by bringing together renowned international scholars from health psychology, media psychology, health communication, arts, and interactive communication.

In collaboration with research partners at UNSW Australia, University of Antwerpen, Belgium, University of Augsburg, Germany, University of Koblenz-Landau, Germany, University of New South Wales, Sydney, Australia, Edith Cowan University, Perth, Australia

For more information, please click here http://healthnar.ruhosting.nl/

 

AntragstellerInnen: Prof. Dr. Enny Das (Radboud University Nijmegen) in collaboration with UNSW Australia, University of Antwerpen, Belgium, University of Augsburg, Germany, University of Koblenz-Landau, Germany, University of New South Wales, Sydney, Australia, Edith Cowan University, Perth, Australia

Kollaborationspartner: Prof. Dr. Markus Appel (vormals Universität Koblenz-Landau)

Projektmitarbeiterinnen: Dr. Silvana Weber, Dr. Constanze Schreiner

Förderung: EU-IRSES (International Research Staff Exchange Scheme)

Laufzeit: 2014 – 2017

In den nächsten 10 Jahren werden uns Service- und Assistenzroboter nicht mehr nur als Figuren in fiktionalen Geschichten, sondern zunehmend auch in unterschiedlichen Nutzungskontexten des Alltagslebens begegnen. Bereits heute existieren Prototypen von Robotern, die beispielsweise in der Krankenpflege, zur Unterstützung im Haushalt oder am Empfangsschalter von Museen zum Einsatz kommen. Die potentielle Verbreitung von Robotern in diesen Feldern wird von den potentiellen europäischen NutzerInnen – werden Sie nach Robotern allgemein befragt – recht kritisch gesehen (Eurobarometer 2012).

Zahlreiche anekdotische Berichte und erste empirische Befunde deuten darauf hin, dass insbesondere sehr menschenähnlich gestaltete Roboter häufig mit aversiven Reaktionen einhergehen. Diese negativen Reaktionen werden in der Regel unter Rückgriff auf die uncanny-valley Hypothese erklärt, die sich als nutzerseitiges Problem der Kategorisierung einer Mensch-Maschine rekonstruieren lässt. Inwiefern die Akzeptanz oder Ablehnung humanoider Roboter aber durch kontextuelle Bedingungen (z.B. Produktbeschreibung des Roboters; intendiertes Einsatzgebiet des Roboters) oder nutzerseitige Faktoren (z.B. Offenheit für neue Erfahrungen; Einstellung gegenüber Technologie) abhängt, wurde bis dato kaum untersucht.

Das Ziel dieses Projekts ist es, wichtige Determinanten nutzerseitiger Einstellungen gegenüber Service- und Assistenzrobotern zu erforschen. Unser Projekt liefert über die Daten des Eurobarometers hinaus Ergebnisse dazu, unter welchen Umständen Roboter positiver oder negativer eingeschätzt werden und damit wichtige Informationen für Entscheidungsträger.

 

AntragstellerInnen: Prof. Dr. Markus Appel in Kollaboration mit dem ARS Electronica Future Lab, Linz, Austria (Prof. Dr. Martina Mara)

ProjektmitarbeiterInnen: Dr. Silvana Weber, Dr. Constanze Schreiner, Stefan Krause

Förderung: BMBF (ITA 2014)

Laufzeit: August 2015 - Juli 2017

 

Projekt-Publikationen:

Appel, M., Izydorczyk, D., Weber, S., Mara, M., & Lischetzke, T. (2020). The uncanny of mind in a machine: Humanoid robots as tools, agents, and experiencers. Computers in Human Behavior, 102, 274-286. https://doi.org/10.1016/j.chb.2019.07.031

Appel, M.Marker, C., & Mara, M. (2019). Otakuism and the appeal of sex robots. Frontiers in Psychology, 10:569. https://doi.org/10.3389/fpsyg.2019.00569

Appel, M., Krause, S., Gleich, U., & Mara, M. (2016). Meaning through fiction: Science Fiction and innovative technologies. Psychology of Aesthetics, Creativity, and the Arts, 10, 472-480. https://doi.org/10.1037/aca0000052

Appel, M.Weber, S., Krause, S., and Mara, M. (2016). “On the eeriness of service robots with emotional capabilities,” in Proceedings of the 11th ACM/IEEE International Conference on Human-Robot Interaction (HRI) (Christchurch), 411-412. https://doi.org/10.1109/HRI.2016.7451781 

Geschichten sind ein wirkungsvolles Instrument um Einstellungen zu ändern. In unserem Alltag sind wir permanent von ihnen umgeben, sei es als Film oder Roman, journalistische Arbeit oder aber in Form von Werbung oder politischen Kampagnen.

Das Forschungsprojekt beschäftigt sich mit den psychologischen Prozessen, die dieser Einstellungsänderung zugrunde liegen. Zahlreiche Studien legen nahe, dass „Transportation“, das Hineinversetzen in die Welt der Geschichte, der ausschlaggebende Mechanismus ist. In einer Reihe von Experimenten soll untersucht werden wie es durch Transportation zur Einstellungsänderung kommt.
 

Antragsteller: Prof. Dr. Markus Appel und Prof. Dr. Tobias Richter (Pädagogische Psychologie, Universität Würzburg)

Projektmitarbeiterinnen: Dr. Constanze SchreinerDr. Maj-Britt Isberner

Förderung: FWF und DFG (Lead Agency Verfahren), Transfer des Projekts von der JKU Linz zur Universität Koblenz-Landau im November 2013

Laufzeit: Juli 2012 - Juni 2016

 

Projekt-Publikationen:

Appel, M., Schreiner, C., Isberner, M.-B., & Richter, T. (2019). The mediating role of event-congruent emotions in narrative persuasion. Poetics, 77, 101385. https://doi.org/10.1016/j.poetic.2019.101385

Isberner, M.-B., Richter, T., Schreiner, C., Eisenbach, Y., Sommer, C., & Appel, M. (2019). Empowering stories: Transportation into narratives with strong protagonists increases self-related control beliefs. Discourse Processes, 56, 575-598. https://doi.org/10.1080/0163853X.2018.1526032

Schreiner, C., Appel, M., Isberner M.-B., & Richter, T. (2018). Argument strength and the persuasiveness of stories. Discourse Processes55, 371-386. https://doi.org/10.1080/0163853X.2016.1257406

Ein hoher Bildungsstand spielt eine entscheidende Rolle für die wirtschaftliche Entwicklung von Nationalstaaten. Laut OECD ist der Unterschied in Bildungsabschlüssen zwischen Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund (v.a. Türkei und Ex-Jugoslawien) in Österreich so groß wie in kaum einem anderen Land. Das Forschungsprojekt beschäftigt sich mit psychologischen Prozessen, die erforscht und zur Reduzierung von Bildungsunterschieden nutzbar gemacht werden sollen. Das Projekt basiert auf Untersuchungen, die darauf hindeuten, dass Minderheiten besonderen psychologischen Belastungen ausgesetzt sind, welche die kognitive Leistung in Bildungskontexten einschränken (stereotype and social identity threat). Die vier geplanten Studien erweitern bisherige Befunde auf Jugendliche mit Migrationshintergrund und untersuchen die Stärke der sozialen Identität als Einflussfaktor. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dazu dienen, Bildungsunterschiede in Österreich zu reduzieren.

 

Antragsteller: Prof. Dr. Markus Appel 

Projektmitarbeiterin: Dr. Silvana Weber

Förderung: Jubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank

Laufzeit: August 2012 - August 2014

 

Projekt-Publikationen:

Weber, S., Kronberger, N., & Appel, M. (2018). Immigrant students’ educational trajectories: The influence of cultural identity and stereotype threat. Self & Identity, 17, 211-235. https://doi.org/10.1080/15298868.2017.1380696

Appel, M.Weber, S., & Kronberger, N. (2015). The influence of stereotype threat on immigrants: Review and meta-analysis. Frontiers in Psychology, 6:900. https://doi.org/10.3389/fpsyg.2015.00900  

Weber, S.Appel, M., & Kronberger, N. (2015). Stereotype threat and the cognitive performance of adolescent immigrants: The role of cultural identity strength. Contemporary Educational Psychology, 42, 71-81. https://doi.org/10.1016/j.cedpsych.2015.05.001