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Medienpsychologie

Projekte

Unsere Projekte

Hier erhalten Sie einen kleinen Einblick in die aktuelle und vergangene Forschung des Arbeitsbereichs Medienpsychologie:

ESF-PROMPTNET

Projektleitung: Prof. Dr. Frank Schwab, Dr. Astrid Carolus
Team: Florian Schneider, Ricardo Münch

Getreu ihrem Leitprinzip „Wissenschaft für die Gesellschaft“ setzt sich die Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) mit dem ESF-PROMPTNET dafür ein, das Innovationspotential der Hochschule kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) durch geführten Wissenstransfer zugänglich zu machen. Prompt@NET fördert die Netzwerkbildung zwischen JMU und KMU! Das Projekt der Universität wird mit insgesamt 1,9 Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert.

 

ESF-PROMPTNET führt das Wissen und die konkreten Ansprechpartner aus über 200 Forschungsbereichen in einen uniweiten Projektpool zusammen und macht sie in Form einer interaktiven Plattform nach thematischen Schwerpunkten für den schnellen Wissenstransfer mit Ticketsystemen den KMU verfügbar. Thematische Schwerpunkte bilden Gender-Medizin, forschungsnahe Dienstleistung der Digitalisierung und Industrie 4.0 mit einem Fokus auf effiziente Produktionstechnologien. Neueste Forschungserkenntnissen aus diesen Bereichen werden unter anderem in Form von modularisierten Qualifizierungsinhalten, Living Labs, Podcasts und in vielen weiteren Aktionen für Netzwerkpartner in der Region und ihren Mitarbeitern aufbereitet.

 

Prof. Schwab, Dr. Astrid Carolus, Ricardo Münch und Florian Schneider behandeln im Bereich Gender-Medizin des Projekts die Kommunikation gesundheitlicher Themen im Allgemeinen und insbesondere am modernen Arbeitsplatz. Darunter fallen beispielsweise die Vermeidung von “Volkskrankheiten” wie Stress/Depression, Übergewicht, Rückenschmerzen, etc. und die Förderung einer gesunden Lebensweise. Darüber hinaus werden aus medienpsychologischer Perspektive kommunikative Aspekte behandelt. Diese beschäftigen sich zum einen mit der Aufbereitung und Vermittlung der gesundheitsrelevanten Informationen und damit, wie diese einem Publikum medienwirksam präsentiert werden können. Der Bereich Gender-Medizin des Projekts besteht aus einer Kooperation zwischen dem Team von Prof. Frank Schwab und Prof. Marie-Christine Dabauvalle vom Biozentrum der Universität Würzburg.

 

Weitere Informationen: https://go.uniwue.de/oqa-l

 

Projektleitung: Prof. Dr. Frank Schwab, Dr. Astrid Carolus
Team: Ricardo Münch, Catharina Schmidt, Florian Schneider

1. Perceived Online Safety - Forschungsstand und Desiderate

Prof. Schwab und Dr. Astrid Carolus gingen im Auftrag von Kaspersky Labs der Frage nach, inwieweit psychologische Forschung bereits Antworten auf die Frage nach der wahrgenommenen Sicherheit von Onlinediensten hat. Dazu erstellten Sie einen umfangreichen Überblick der Literatur und Forschung zum Thema. Zentrale Erkenntnisse waren u.a. dass wir Risiken - auch digitale - selten rational oder realistisch einschätzen. Sicherheit, Risiko und Chance sind keineswegs einfach zu greifende Phänomene oder Wahrnehmungen, vielmehr handelt es sich auch beim Umgang mit digitalen Medien um eine zu erwerbende Kompetenzen: Sicherheit in (Online-)Medien erschließt sich noch weniger als in der Offline-Welt intuitiv. Unser mentales System ist auf Risiken im Umgang mit Medien (noch) nicht eingestellt Ganz im Gegenteil: Wir reagieren auf interaktiv anmutende Geräte ähnlich sozial wie im Umgang mit Menschen. Wissen und Verhalten für einen sicheren Umgang mit der Online-Welt muss mühevoll erarbeitet werden.

Wie genau unsere “Beziehung” zu Mediengeräten und insbesondere zu unseren digitalen Begleitern aus psychologischer Perspektive zu begreifen ist, soll Gegenstand zukünftiger Forschung sein.

 

2. Digital Risk Competence - Story Telling

Das Internet steckt voller Gefahren, manche mehr und manche weniger offensichtlich. Viren und Trojaner sind allerdings nur eine Seite der Medaille, neue Schlagworte sind mittlerweile Social Engineering und Cyberbullying. In Zusammenarbeit mit Kaspersky Labs. untersuchten wir diese “neuen” Gefahren des Internets und verarbeiteten ihre Ergebnisse zu anschaulichen Informationstexten, die an konkreten Beispielen mögliche Folgen und Konsequenzen von Cyberbullying und Social Engineering aufzeigen und diese mit psychologischer Forschung untermauern. Diese Arbeiten sollen einen Betrag zum Erwerb einer “Digital Risk Competence” leisten.

 

3. Online Radicalization

Wir leben in einer vernetzten Welt. Insbesondere die Anwendungen und Dienste, die unter dem Schlagwort Social Web zusammengefasst werden, lassen sich dadurch charakterisieren, dass die Nutzer aktiv Inhalte mitgestalten können. Neben den vielen Chancen, die sich bieten, stellt die Begünstigung radikaler und extremistischer Kommunikation derzeit eines der wesentlichen Risiken dar. Dass grundsätzlich nahezu jede Form von radikalen Inhalten im Internet zu finden ist, zeigte die jüngste Vergangenheit, insbesondere mir Blick auf islamistisch geprägten Terror. Unser Fokus lag daher nicht auf der Frage, ob diese Form von Inhalten im Netz zu finden sind, sondern darauf, wie groß das Risiko für einen durchschnittlichen Nutzer sozialer Netzwerke ist, auf diese Form  von radikalen Inhalte “aus Versehen” zu stoßen. Im Auftrag von Kaspersky Labs führten wir eine Inhaltsanalyse zu radikal islamistischer Kommunikation durch. Dazu werteten wir Twitter in Hinblick auf radikale Kommunikationsinhalte aus, wobei wir Nachrichten beider Lager berücksichtigen (Pro- und Contra radikaler Islamismus). Insgesamt wurden mehr als 12000 Tweets analysiert. Die Ergebnisse zeigen:

  • Radikale und radikal-islamistische Tweets lassen sich in der Medienberichterstattung problemlos finden
  • Dennoch ist Twitter weit davon entfernt von islamistischen Fundamentalisten dominiert zu werden
  • Im Gegenteil: radikal anti-islamistische Tweets waren in unserem Datensatz wesentlich häufiger zu finden

Diese Ergebnisse wurden u.a. auf der “9th conference of the media psychology division of the German Psychological Society DGPs” in Tübingen vorgestellt.

4. Digital Companions. A psychological perspective on our relationship with smartphones

Das Smartphone ist aus dem Leben vieler heutzutage gar nicht mehr wegzudenken. Die digitalen Alleskönner unterstützen die Nutzer in allen erdenklichen Situationen, die man im Alltag begegnen kann. In Kooperation mit der Trent University in Nottingham (Dr. Jens Binder ) und gefördert durch Kaspersky Labs untersuchten wir die emotionalen Aspekte unserer “Beziehung” zum Smartphone. Ist das Smartphone zumindest gefühlt weniger ein technisches Gerät, sondern vielmehr ein digitaler Begleiter? Mittels eines multi-method Ansatzes wurden 1.300 Smartphone-Nutzer/innen online befragt. Zudem wurden Daten von 120 Probanden in den Laboren in Nottingham und Würzburg erhoben.

Innerhalb der Experimente wurde unter anderem untersucht, ob Menschen, die mit einem fremden Smartphone interagieren, Verhaltensweisen zeigen, die üblicherweise nur in einer Mensch-Mensch-Interaktion zu beobachten sind. Dieses Phänomen wird in der medienpsychologischen Forschung als “Media Equation” bezeichnet, und stammt aus der Mensch-Computer-Interaktion. Auch hierfür fanden sich Belege:

  • Weibliche Probanden bewerten ein Smartphone in diversen Punkten (z.B. hinsichtlich dessen Informationsgehalt) signifikant höher als männliche Probanden
  • Ein Smartphone mit einer männlichen Stimme wird von den Probanden in fast allen Eigenschaften (z.B. Freundlichkeit und Nützlichkeit) deskriptiv positiver bewertet als ein Smartphone mit weiblicher Stimme
  • Frauen bewerten ein Smartphone mit männlicher Stimme signifikant höher als ein Smartphone mit weiblicher Stimme hinsichtlich dessen Kompetenz, Nützlichkeit, Wissen und Performanz


Diese Ergebnisse wurden u.a. auf der “3rd conference meeting on “Social Science and the Internet” of the Human-Technology-Interaction Group at Eindhoven University of Technology” in Eindhoven vorgestellt.

Mobile Media: Smart Devices for Smart Use?

Sind unterschiedliche Medien unterschiedlich anstrengend? Fahren wir bei der Nutzung von Printmedien unser Gehirn richtig hoch, während es bei Bildschirmmedien eher auf Sparflamme läuft? Dieses “mentale Investment” bei der Mediennutzung erforschten Prof. Schwab, Dr. Carolus und Dipl. Psych. Hennighausen - gefördert durch den Forschungsförderpreis der Vogel Stiftung Dr. Eckernkamp. Dazu arbeiteten sie umfassend den aktuellen Forschungsstand auf, um dann Onlinestudien mit nahezu 1000 Befragten zu realisieren. Erste Ergebnisse zeigen: Ob Bildschirm oder Papier - wir gehen beide Medienarten mit vergleichbarem geistiger Aufwand an. Vorträge, Publikationen und Folgeprojekte sind in Vorbereitung.

WDR: Geht's noch? - Die Macht des Algorithmus

Team: Prof. Dr. Frank Schwab, Dipl.-Journ. Inga Hinnenkamp, Dipl.-Psych. Michael Brill, Liv Bierhalter

Wirkung der Nachrichtennutzung in klassischen und sozialen Medien

Die Sendung "Geht's noch?" des WDR hatte am 04.06.2018 unter anderem die Wirkung algorithmisch zusammengestellter Nachrichtenangebote auf Facebook zum Thema. Zusammen mit WDR-Redakteurin Inga Hinnenkamp führten Prof. Schwab und Michael Brill eine Begleitstudie durch, in der die Medienwirkung von Nachrichtenangeboten in klassischen und neuen Medien verglichen wurde. Untersucht wurden unter anderem Effekte auf Stimmung, Weltsicht, das subjektive Gefühl, gut informiert zu sein und die Angst davor, Opfer eines Verbrechens zu werden. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse ist hier verfügbar.