Intern
Psychologische Ergonomie

SoulMate-Projekt

A K T U E L L E S

Aufruf zur Teilnahme an Technikgestaltungs-Workshop für junge Erwachsene (18-27 Jahre)
Derzeit veranstalten wir zweistündige Workshops, in denen wir gemeinsam in Kleingruppen technologische Ideen entwickeln, die beim Umgang mit Themen wie Identität, Lebenssinn und Freiheit begleiten, unterstützen oder gar herausfordern.

Mehr Infos “Teilnahmemöglichkeiten am Projekt”


 




SoulMate ist ein zweijähriges, interdisziplinäres Forschungsprojekt aus Human-Computer Interaction (HCI), evangelischer Theologie und Religionspädagogik. Ziel ist es, gemeinsam mit jungen Erwachsenen zu explorieren, wie Companion Technologien gestaltet sein sollten, um sie bei der Auseinandersetzung mit existenziellen sowie religiösen und spirituellen Fragen unterstützen zu können.

Motivation

Junge Erwachsene befinden sich in einer Lebensphase, die geprägt ist von Übergängen, Transformationen und grundlegenden Lebensentscheidungen: „Was ist ein gutes Leben?“, „Wozu bin ich auf der Welt?“ und „Welche Werte tragen mein Leben?“. Auf der Suche nach Orientierung stoßen junge Erwachsene vermehrt auch auf dezidierte Companion Technologien, also Technologien, die nicht nur als Werkzeug, sondern als Gegenüber wahrgenommen werden – wie beispielsweise Chatbot Eli, Christian AI, Biblechat.ai, Text with Jesus, oder Nikodemus AI.

Viele dieser Anwendungen wurden primär technikzentriert entwickelt. Es gibt neue technische Möglichkeiten – also werden sie genutzt. Die Gefahr dabei ist, dass digitale Technik als ein zusätzliches, aber letztlich überflüssiges Add-on wahrgenommen wird und an den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen vorbeigearbeitet wird.

Im SoulMate-Projekt drehen wir diese Logik um und beginnen mit jungen Erwachsenen und ihren Bedürfnissen: Wir fragen nicht zuerst, wie eine Companion-Technologie aussehen könnte, sondern wofür sie überhaupt sinnvoll wäre. Welche Aufgaben sollte sie übernehmen? Welche Rolle könnte sie im Alltag junger Erwachsener spielen – und wo liegen klare Grenzen?

Ziele

Das Projekt verfolgt drei zentrale Ziele:

  1. Bedarfe verstehen: Systematische Erhebung der existenziellen und religiösen Bedürfnisse junger Erwachsener im Alltag. Welche existentiellen Themen und Fragen spielen im Alltag junger Erwachsener eine Rolle? Und wie gehen sie aktuell mit diesen Themen um?
  2. Partizipativ gestalten: Entwicklung von neuen Companion Technologie Konzepten gemeinsam mit der Zielgruppe. Wie möchten junge Erwachsene im Umgang mit existentiellen Themen und Fragen unterstützt werden? Wie würde eine Technologie aussehen, die ihre Bedürfnisse adressiert?
  3. Prototypisch umsetzen und evaluieren. Entwicklung, iterative Erprobung und Alltags-Evaluation neuer Companion-Technologien. Welchen Impact hätte eine dezidiert gestaltete Companion Technologie? Wie würde sie den Umgang mit existentiellen Themen und Fragen verändern?

Dabei wird die Technologie ausdrücklich nicht als Lösung existenzieller Probleme verstanden. Vielmehr soll sie eine problemorientierte Kommunikationsmöglichkeit eröffnen – einen Raum für Reflexion, Dialog und persönliche Entwicklung.

Projektkonsortium und Förderung

Lehrstuhl für Psychologische Ergonomie: Prof. Dr. Jörn Hurtienne, Dr. Sara Wolf, Nathalie Papenfuß, Philipp Kleespies

Institut für Evangelische Theologie und Religionspädagogik: Prof. Dr. Ilona Nord

Religionspädagogisches Zentrum Heilsbronn (RPZ): Dr. Jens Palkowitsch-Kühl

Gefördert wird das Projekt von der Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) im Rahmen ihres Digitalinnovationsfonds (Projekt-Nr. 2024-614-0666).

Deine Teilnahmemöglichkeiten am Projekt

Du bist zwischen 18 und 27 Jahre? Im März 2026 entwerfen wir gemeinsam in Kleingruppen von 4 bis 6 Personen neuartige Technologien, die beim Umgang mit den aufgekommenen existenziellen Themen unterstützt. Nach einem Einblick in existierende Companion-Technologien, nutzen wir Kreativemethoden, um uns ausgefallene Technologien zu erdenken und auszugestalten.

Ziel des Workshops ist es, vielfältige Technologien zu entwickeln, die beim Umgang mit Identitätskonflikten, Einsamkeitserfahrungen oder der Sinnfindung unterstützten – oder vielleicht auch konfrontieren und herausfordern.

Du musst keine Lösungen auf diese Fragen parat haben. Wichtig ist, dass du Interesse an den Lebensfragen und deren Umgang hast – dein Interesse an der Auseinandersetzung mit den Lebensthemen und deine Erfahrung der menschlichen Existenz wird dir beim Brainstormen über neue Technologien weiterhelfen.

Der Workshop findet am Hubland Nord der Uni Würzburg statt und wird zwei Stunden dauern. Der Aufwand ist mit 40 € vergütet. Durchführungssprache ist Deutsch. Deutschkenntnisse als Muttersprache (C1, C2) sind sehr empfohlen. Teilnahmevoraussetzung ist das Alter (18 bis 27 Jahre)

Freie Termine gibt es Anfang bis Mitte März:

Mi, 04.03. von 14 bis 16 Uhr 
Fr, 06.03. von 14 bis 16 Uhr 
Mo, 09.03. von 10 bis 12 Uhr
Mi,11.03. von 10 bis 12 Uhr 
Fr, 13.03. von 10 bis 12 Uhr 

Bei Interesse schick eine formlose E-Mail an Nathalie Papenfuß (nathalie.papenfuss@uni-wuerzburg.de). Weitere Infos folgen.

Mit deiner Mitarbeit unterstützt du den partizipativen Forschungsprozess über neuartige Technologien zu existenziellen Grundbedingungen des menschlichen Erlebens.

Ressourcen und Materialien

In diesem Bereich werden über die Zeit erarbeitete Ressourcen und Materialien zur Verfügung gestellt.

Publikationen

Poster auf der CHI 2025

Huber, S., Weppert, L., Baumeister, L., Happel, O., and Grundgeiger, T. (2025). Team Roles of Artificial Intelligence in Anesthesiology A Scoping Review. In Extended Abstracts of the CHI Conference on Human Factors in Computing Systems (CHI EA ’25), April 26-May 1, 2025, Yokohama, Japan. ACM, New York, NY, USA, 13 pages. https://doi.org/10.1145/3706599.3720186