MCS Studenten machen Zeit barrierefrei
13.07.2026In vier Jahren schaffte es das Startup Inclusys von der Konzept-Idee im Seminar zum gelisteten Pflegehilfsmittel. Der Lehrstuhl für Psychologische Ergonomie gratuliert!
Die Erfolgsgeschichte von Inclusys beginnt im Seminar Accessibility & Inclusive Design des MCS-Bachelors. Dort hatte das motivierte Team um Hauke Wendt und Alexander Kuon vor vier Jahren eine Idee. Um Menschen mit kognitiven Einschränkungen, wie Haukes Bruder, Kai, den Umgang mit Tagesplänen und Uhrzeiten zu vereinfachen wollten sie gestalterisch die Barrieren zur Zeitwahrnehmung senken. Erste Konzepte und Prototypen zur Autonomiesteigerung entstanden schnell und gewannen sogleich auf der Mensch & Computer 2022 die UX Challenge der German UPA. Beflügelt von den positiven Rückmeldungen investierten die Studierenden seither jede freie Minute in die Vision Zeit barrierefrei zu machen: Sie überarbeiten mit Betroffenen und Pflegekräften die Prototypen, lassen Designs und Marken schützen, erweitern das Produktportfolio, bilden sich in der Startup-Szene fort, werben Förderungen ein, pitchen regelmäßig ihre Ideen und führen Studien zur Wirksamkeit ihres Produktes „Zeitkompass“ durch. Die Studien zeigen wiederholt, dass der Zeitkompass mit seinen visualisierten Tagesplänen und Sprachausgabe-Erinnerungen die Selbstständigkeit im Alltag steigert. Deshalb ist der Zeitkompass nun offiziell als Hilfsmittel gelistet und kann so von Pflegekassen finanziert werden. Dadurch ist der Zeitkompass jetzt nicht nur theoretisch hilfreich, sondern auch erschwinglich für Menschen mit kognitiven Einschränkungen und kann einen echten Unterschied in der Alltagsautonomie machen.
Der Lehrstuhl für Psychologische Ergonomie übernahm die Wissenschaftliche Begleitung dieses erfolgreichen Wissenstransfers und gratuliert herzlich zum anhaltenden Engagement und der großartigen Leistung!
