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    Psychologische Ergonomie

    Diana Löffler hält einen Vortrag über Image Schemas im Design bei UID München

    07.07.2014

    Am 3.7. war Diana Löffler zu Besuch bei UID in München und konnte sich mit UX Researchern über Image Schemas austauschen.

    Einführung in den Designprozess mit Image Schemata

    Innovative Ideen brechen mit Konventionen. Werden Konventionen im Design gebrochen, geht dies jedoch häufig mit einer Beeinträchtigung der intuitiven Benutzbarkeit einher, da Produkte nicht so aussehen oder sich so verhalten, wie es die Nutzer erwarten. Wie können also Produkte gestaltet werden, die sowohl intuitiv benutzbar als auch innovativ sind?
    Üblicherweise wird intuitive Benutzbarkeit durch die Imitation von bekannten Produkten gefördert. Die dort getroffenen Designentscheidungen können jedoch suboptimal und willkürlich sein und der Nutzer muss bereits mehrfach mit dieser spezifischen Technologie interagiert haben, um sich Wissen über deren Funktionsweise anzueignen und die Interaktion als intuitiv benutzbar zu erleben.

    Im Vortrag wird daher ein Ansatz vorgestellt, der das Design auf eine tiefere Vorwissensebene bezieht: die sensomotorische Vorwissensebene. Diese Ebene umfasst Wissen, welches sich der Mensch seit seiner Geburt durch tagtägliche Interaktion mit der Umwelt aneignet. Die Erkenntnis, dass unser Denken maßgeblich durch die Interaktion unseres Körpers mit der Umwelt geformt wird, wird als Embodied Cognition bezeichnet. Folglich beeinflusst nicht nur unser Denken unseren Körper, sondern unser Körper auch unser Denken - auch während der Mensch-Technik Interaktion. Der vorgestellte Designansatz fördert Innovation indem er mit Konventionen auf der Ebene des Experten-Technologiewissens bricht, welches mühesam durch eine sinnlich stark eingeschränkte Interaktion mit abstrakter Software erworben wurde und berücksichtigt unsere reiche sensomotorische Lerngeschichte als Embodied Mind.
    Im Vortrag werden zahlreiche Beispiele des Einsatzes der Designmethode aus eigenen Arbeiten des Lehrstuhls für Psychologische Ergonomie der Universität Würzburg vorgestellt, u.a. in den Bereichen Gestensteuerung, Tangible User Interfaces, Hard- und Software. Die Arbeiten sind nur ein Ausschnitt aus der steigenden Zahl an international publizierten Forschungsergebnissen, die die Überlegenheit von Designs auf sensomotorischer Ebene gegenüber herkömmlichen Designs demonstrieren - sowohl kultur- als auch altersübergreifend.

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