piwik-script

Intern
    Medienpsychologie

    Forschungsprojekt Prof. Schwab / Adler Dorothea

    Forschungsprojekt: Cultivation of Beliefs about Suicide

    Suizid gilt in Deutschland mit ca. 10.000 Toten pro Jahr als eine der zehn häufigsten Todesursachen (Bronisch, 2003). Unter Jugendlichen ist er sogar die zweithäufigste Todesursache. Trotz dieser erschreckenden Zahlen sind die Themen Suizidalität und Suizid gesamtgesellschaftlich eher ein Tabuthema (Ong, 2020).

    Zugleich nehmen Massenmedien heutzutage einen Großteil unseres Alltags ein (Morgan, Shanahan, & Signorielli, 2015), und können die gesellschaftliche Wahrnehmung sowie die Bedeutsamkeit eines Themas beeinflussen (McCombs, & Shaw, 1972). Die Medienberichterstattung und die mediale Inszenierung hat u.a. Einfluss darauf, welche Inhalte Rezipienten nutzen und damit worüber und wie in einer Gesellschaft nachgedacht und diskutiert wird (McCombs & Reynolds 2009). Auch wie Rezipienten bestimmte Themen wahrnehmen und bewerten wird durch Medien beeinflusst (Tewksbury & Scheufele 2009). Darüber hinaus können Medieninhalte natürlich auch handlungsleitend wirken (Nachahmungssuizide). 

    Medien, insbesondere das Fernsehen, können als eine Sozialisationsinstanz verstanden werden, deren Inszenierungen die Vorstellungen der sozialen Wirklichkeit des Rezipienten beeinflussen (Cultivation of beliefs; Konijn, van der Molen & van Nes, 2009). Protagonisten in Film und Fernsehen können als Vorbilder dienen (Fisse, Link, Schlütz, & Reich, 2019 ). Dies gilt auch wenn es um das Thema Suizid geht.

    Ob und in welcher Form der Suizid in den Medien - hier dem Fernsehen und Streamingplattformen - aufgegriffen wird, ist Fokus unseres Forschungsprojekts (Inhaltsanalyse). Erst nach einer solchen Bestandsaufnahme der Medienwelt kann man auch fragen wie diese Medienwelt die Einschätzung der Realität des Suizids und der Suizidalität beeinflußt (Vergleich: Medienwelt - Wirklichkeit).

    Das Forschungsprojekt findet als hybride Veranstaltung statt. Neben den üblichen Online-Sitzungen können - wenn es die Covid 19 Lage erlaubt und Hygienekonzepte umsetzbar sind - auch Präsenztermine in Kleingruppen stattfinden.